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Rückblick des ,,Tag des offenen Unterrichts 2017"

Pressemitteilung:

Erziehung ist Beziehung: Die Ausbildung stabiler Persönlichkeiten erfordert Vertrauen und intaktes Beziehungsmanagement

Freie Waldorfschule Bothfeld begrüßt rund 150 Besucher zum „Tag des Offenen Unterrichts“ und informiert über Beschulungsangebot und Konzept

Hannover/Bothfeld, März 2017 – Am „Tag des Offenen Unterrichts“ der Freien Waldorfschule Bothfeld (FWS Bothfeld) am Mittwoch, den 8. März, folgten rund 150 Besucher der Einladung, einen Blick in die laufenden Unterrichtsstunden zu werfen und sich über das pädagogische Schulkonzept eingehend zu informieren. Bürgermeister Thomas Hermann begrüßte die Anwesenden und nutzte die Zeit für einen Rundgang über das Schul- und Gartengelände. Während der jeweils zwanzigminütigen Besuche der Unterrichtsstunden in den Klassen zwei bis zwölf erhielten alle Anwesenden einen unverfälschten Eindruck von Lernstoff, Herangehensweise und nicht zuletzt der Beziehung zwischen Schülern und Lehrenden. Denn, wie Schulleiter Klaus Walther in seiner Einleitungsrede herausstellte, die Bildung charakterfester Schüler ist für die pädagogischen Lehrkräfte Herzensangelegenheit und jede Erziehung stets abhängig von der Qualität der dahinterstehenden Beziehung. 

 

„Selbst erleben ist die beste Form, sich eine Meinung zu bilden. Diese Möglichkeit bietet die Waldorfschule Bothfeld heute auch uns“, konstatierte Thomas Hermann, Bürgermeister der Stadt Hannover, in seinem Grußwort zum „Tag des Offenen Unterrichts“. Diese Aussage ist gleichzeitig Kern des pädagogischen Konzeptes der Schule. Dabei steht die Erkenntnis, dass der Mensch nicht nur intellektuell heranreift, sondern vor allem eine kognitive Entwicklung durchlebt, im Zentrum der Lehrinhalte.

 

Reifungsprozess verstehen: Lernen durch Erfahren bleibt in jedem Alter gültig

Dass dieser Standpunkt ganzheitlich gelebte Praxis an der FWS Bothfeld ist, beweist auch die Gestaltung des über 42.000 qm großen Schulgeländes: holzverkleidete Pavillons beherbergen Klassen-, Fachunterrichts- und Lehrerzimmer. Die naturbelassenen Wege und  Grünflächen dazwischen lassen die Schüler den Jahreszeitenverlauf stets auch unbewusst spüren und laden zum Verweilen ein.

„Auf den ersten Blick mag unser Schulgelände wie ein Feriendorf wirken“, so Schulleiter Klaus Walther und erläutert weiter: „Doch hinter der Architektur dieser dörflichen Anlage steckt die Überlegung, dass unsere Schule eine Gemeinschaft aus Schülern, Lehrern und Eltern ist, für die wir inspirierende Begegnungsräume schaffen wollen. Für unsere Kinder soll die Natur mit allen Sinnen erfahrbar sein und ihnen dadurch Raum für Entfaltung bieten.“ Dass dies gelegentlich – zum Leidwesen mancher Eltern – mit dreckigen Hosenbeinen und schmutzigen Schuhen der Kinder einhergehe, fügt Walther schmunzelnd hinzu, sei also durchaus im Sinne des pädagogischen Ansatzes.

 

Natürliche Antreiber nutzen: Angstfreies Lernumfeld schafft langfristige Motivation

In seiner Einleitungsrede blickte Klaus Walther auf die Anfänge der Waldorfschulpädagogik zurück, welche im Jahr 1919 in Stuttgart begründet wurde.
„Man muss sich rückblickend vorstellen, dass es die Zeit unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg war und die Kinder der ersten Klassen in der Kaiserzeit erzogen worden waren. Da war das anthroposophische Konzept, das Rudolf Steiner gemeinsam mit ausgebildeten Pädagogen für diese erste Waldorfschule entwickelte, eine revolutionäre Neuerung“, so Walther. Denn ein stark autoritärer Ansatz, zum damaligen Zeitpunkt übliche Erziehungsgrundlage, führe nicht zur Ausbildung einer stabilen integren Persönlichkeit – erklärtes Erziehungsziel der Waldorfpädagogik.

„Auch in unserer Gesellschaft arbeiten wir zu viel mit dem Angstprinzip: Angst vor einer schlechten Benotung, vor einer minderwertigen Leistung oder vor der Vorstellung, nicht ausreichend Zeit für das regelrechte Pauken von Lernstoffen zu haben, entstehen in einem Schulsystem leicht, in dem die Beschäftigung mit rein intellektuellen Inhalten von Anfang an im Zentrum steht“, stellt Klaus Walther heraus und fügt hinzu: „Unsere Schüler sollen Schule als einen Ort erleben, an dem sie Positiverfahrungen sammeln, sich ausprobieren und eine gefestigte Gemeinschaft erleben können. Deshalb treten die Lerninhalte nicht in den Hintergrund; auch an unserer Schule bieten wir das Zentralabitur in der 13. Klasse an. Doch die Kinder entsprechend ihrer individuellen Charaktere zu entwickeln funktioniert nur dann zuverlässig, wenn sich die kleinen Persönlichkeiten entfalten dürfen, ihre Wahrnehmung mit allen Sinnen gestärkt wird und Ängste gar nicht erst entstehen.“

 

Regulären Lernstoff fachübergreifend erweitern: Theater und Praktika verbinden rein intellektuelle Inhalte mit emotionaler Erfahrung

Während der einstündigen Begrüßung der Gäste und im Anschluss an Grußworte und Einleitungsrede boten Schüler der 12. Klasse das aktuelle Unterrichtsthema in Geschichte dar, in dem sie aus dem Sonnengesang des altägyptischen Pharaos Echnaton rezitierten.
„Themen, die in den regulären Unterrichtsfächern gelehrt werden, werden erst durch die fachübergreifende Bearbeitung in größeren Dimensionen begreifbar“, erklärt Klaus Walther. „Deshalb sind unsere Theateraufführungen und Pflichtpraktika wesentlicher Bestandteil der Unterrichtsvermittlung“.

Die FWS Bothfeld sieht für Oberstufenschüler drei Praktika vor: Landbaupraktikum (9. Klasse) Vermessungs- und Betriebspraktikum (10. Klasse) sowie Sozialpraktikum (11. Klasse). Neben vielzähligen Anlässen für Bühnenauftritte ab der zweiten Klasse lassen die Theateraufführungen der achten und zwölften Klassen die Schüler intensiv in ein Thema einsteigen, das zuvor auch im Unterricht behandelt wurde.

„Es ist unser Ziel, dass sich das Gelernte nicht nur in den Köpfen der Schüler festsetzt, sondern auch in ihren Herzen“, resümiert Klaus Walther.

 

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