logo der freien waldorfschule bothfeld

Klassenspiel der 8. Klasse

Seiten aus Wobo745mail.pdf

Kaspar, das Kind von Europa, hier lesen

Kaspar, das Kind von Europa

Kaspar Hauser wurde am Pfingstmontag, 26. Mai 1828, auf dem Unschlittplatz in Nürnberg aufgefunden. Der etwa 16 - jährige Junge konnte kaum sprechen, schrieb mühsam in ungelenker Schrift seinen Namen .caspar hauser" und trug einen Brief an den Rittmeister von Wessenig bei sich. Dieser wusste mit dem Findling nichts anzufangen. So wurde Kaspar Hausers erste Wohnstätte in der zivilisierten Welt der Gefängnisturm auf der Nürnberger Burg.

Nach intensiven Untersuchungen der Polizei, der Stadt und einiger Ärzte kam man zu der Überzeugung, dass es sich um einen komplexen Kriminalfall handeln müsse, in dem Kaspar Hauser während seiner Kindheit Ober längere Zeit ohne soziale Kontakte zu Menschen gefangen gehalten wurde.

Nachdem der Bürgermeister von Nürnberg in einer Bekanntmachung auf den einzigartigen Fall aufmerksam gemacht hatte, kam Kaspar Hauser zu Georg Friedrich Daumer, einem sich frühzeitig im Ruhestand befindenden Gymnasiallehrer. Dieser nahm sich seiner Erziehung an und unterrichtete ihn. Bald darauf wurde das Gerücht laut, dass es sich bei Kaspar Hauser um den Erbprinzen eines hohen Hauses handle, der beiseitegeschafft worden war. Im Oktober 1829 wurde in der Daumerschen Wohnung ein Anschlag auf ihn verübt, den er überlebte. Durch diesen Vorfall wurde klar, dass seine Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Er musste deshalb nun mehrmals den Wohnort wechseln. Um diese Zeit tauchte ein englischer Lord auf, der sich binnen kürzester Zeit als Kaspars großer Gönner gab und die Vormundschaft für den Findling übertragen bekam. Lord Stanhope veranlasste die Übersiedlung nach Ansbach zum pedantischen Lehrer Meyer.

Als Kaspar Hauser im Dezember 1831 nach Ansbach zog war er bereits eine in Europa äußerst bekannte Persönlichkeit. Der Präsident des Apellationsgerichtes, Anselm Ritter von Feuerbach, befasste sich mit dem Fall und nahm persönlich großen Anteil am Schicksal des Findlings. Er verfasste mehrere Schriften und entwickelte aufgrund einer langen 1ndizienkette die Theorie, Kaspar Hauser sei der Erbprinz des Hauses Baden.

Von nun an waren die Tage des Kindes von Europa gezählt. Am 14. Dezember wurde Kaspar unter dem Vorwand seine Herkunft und den Namen seiner Mutter zu erfahren, in den Ansbacher Hofgarten gelockt. Dort wartete sein Mörder auf ihn. Mit einem gezielten Stich traf er den etwa 21- jährigen ins Herz. Drei Tage später starb Kaspar Hauser in der Wohnung Meyers und wurde am 20. Dezember auf dem Stadtfriedhof beigesetzt.

Seit dieser Zeit ist das Interesse an seinem Schicksal groß. Über 3000 Publikationen befassen sich mit Kaspar Hauser. Da gibt es die These, dass er der legitime Großherzog von Baden war, aber auch Behauptungen, er sei schlichtweg ein Betrüger gewesen. Da ist aber auch der Mensch Kaspar Hauser, der zum Symbol, zum Mythos wurde. Wohl keine andere historisch verbürgte Person hat so explizrt die Frage nach dem Woher und Wohin des Menschen aufgeworfen. Kaspar Hauser wurde zum Sinnbild nach der eigentlichen Identität des Menschen.

Die 8. Klasse hat dieses Schicksal zum Thema ihres Klassenspieles gemacht und lädt die Schulgemeinschaft zu den Aufführungen herzlich ein.

H. Frank (Klassenlehrer)

 

 

 

Logo der Freien Waldorfschule Hannover-Bothfeld

 

Mitglied im Bund der Freien Waldorfschulen

Logo Bund der Freien Waldorfschulen

Sie haben Fragen?

Freie Waldorfschule Hannover-Bothfeld
Weidkampshaide 17
30659 Hannover
Niedersachsen
Deutschland
Tel. +49 (0)511 / 647 59 - 0
info(at)waldorfschule-bothfeld.de

Spenden-Button